SCHILDDRÜSENDIAGNOSTIK

Ablauf der Schilddrüsendiagnostik

Eine Schilddrüsenuntersuchung besteht üblicherweise aus

-      Anamnese

-      Laboruntersuchung

-      Schilddrüsen-Sonographie

-      ggf. Schilddrüsen-Szintigraphie

-      ggf. Feinnadelpunktion



Anamnese

Befragung des Patienten, u.a.

-      zur Vorgeschichte

-      nach den aktuellen Beschwerden

-      bezüglich der Medikamenteneinnahme

-      nach bekannten Schilddrüsenerkrankungen in der Familie

-      zu bisherigen schilddrüsenspezifischen Behandlungen



Laboruntersuchung

Parameter zur Bestimmung der Schilddrüsenfunktion:

-      freie Schilddrüsenhormone fT3 und fT4

-      TSH (Streuerhormon von der Hirnanhangdrüse)

-      Schilddrüsen-Autoantikörper zur Frage einer Autoimmunerkrankung der Schilddrüse:

       -      Antikörper gegen die thyreoidale Peroxydase (TPO-AK/ MAK)

       -      ggf. Antikörper gegen Thyreoglobulin (Tg-AK)

       -      TSH-Rezeptor-Antikörper (TRAK)

-      Schilddrüsenspezifische Tumormarker:

       -      Thyreoglobulin

       -      Calcitonin

Schilddrüsen-Sonographie

Bei der Schilddrüsen-Sonographie steht die Struktur der Schilddrüse im Vordergrund der Betrachtung. Die Untersuchung liefert hierbei Informationen über Lage, Größe und Aufbau der Schilddrüse sowie deren Beziehung zu den Nachbarorganen.

Von Interesse sind hierbei insbesondere strukturelle Veränderungen wie Knoten, Zysten, Verkalkungen oder Hinweise auf das Vorliegen von Entzündungen bzw. Autoimmunerkrankungen.

Die Darstellung erfolgt grundsätzlich in allen drei Raumebenen, dadurch ist eine Vermessung der Schilddrüse und die Berechnung des Schilddrüsenvolumens mit Hilfe einer einfachen Formel möglich. Als Obergrenze für die Schilddrüsengröße gelten:

-      18 ml bei Frauen

-      25 ml bei Männern

Für Kinder sind ihrer jeweiligen Altersgruppe entsprechende eigene Normwerte definiert.

Schilddrüsen-Szintigraphie

Anders als die Sonographie ist die Schilddrüsen-Szintigraphie ein primär funktionell-bildgebendes Untersuchungsverfahren, bei dem das Funktionsverhalten der verschiedenen Abschnitte der Schilddrüse in einer Übersichtsaufnahme darstellt wird. Insbesondere die Funktionalität sonographisch auffälliger Strukturen (vor allem Knoten) ist hierbei von Interesse.

Das szintigraphische Speicherverhalten von Schilddrüsenknoten findet sich in den üblicherweise verwanden Begriffen „heißer“ und „kalter“ Knoten wieder. Als „heiß“ wird ein funktionell überaktiver, als „kalt“ ein funktionell minder- oder inaktiver Knoten bezeichnet. Bei der Schilddrüsenszintigraphie wird ein zweidimensionales Bild erzeugt, in der Regel ist eine Spect-Untersuchung d.h. eine dreidimensionale Darstellung in der Schilddrüsendiagnostik nicht erforderlich.

Feinnadelpunktion

„Heiße“ Schilddrüsenknoten sind nahezu immer gutartig, „kalte“ Knoten können hingegen in seltenen Fällen bösartig sein.

Zur Klärung der Gut- oder Bösartigkeit von „kalten“ Knoten kann unter Ultraschallkontrolle mit einer dünnen Nadel Zellmaterial aus dem Knoten gewonnen und einer mikroskopischen Beur- teilung (Zytologie) unterzogen werden.

Gelegentlich kann eine Punktion auch zur Entlastung notwendig werden, um Zysten in der Schilddrüse bzw. zystische Anteile von Schilddrüsenknoten zu verkleinern, wenn diese aufgrund ihrer Größe und Lage zu mechanischen Beeinträchtigung oder Beschwerden führen.

Eine lokale Betäubung ist bei der Feinnadelpunktion nicht erforderlich, da nur der Einstich der Nadel durch die Haut gering schmerzhaft ist, vergleichbar mit einer Blutentnahme.

Komplikationen treten bei der Feinnadelpunktion äußerst selten auf, bei Patienten mit eingeschränkter Blutgerinnung, insbesondere bei Einnahme von Marcumar, kann das Untersuchungsverfahren nicht durchgeführt werden.

 



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Dr. med. Martin Friedrich

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